Von Disziplin zu Disziplin...

 

 

30.07.2010 Hier ein kleiner Bericht zu den jeweiligen Disziplinen...

100m: Saisonbestleistung von 11,23sec eingestellt. Aufgrund des ungünstigen Windes und des Fehlstarts war ich zufrieden. Die Startphase ist noch sehr ausbaufähig, die fliegende Phase ist jedoch gradios. Weitsprung: Bei wechselndem Wind war es gar nicht einfach zu springen. Gleich mein erster Sprung war ein Mega-Satz. Ich landete bei 8,00m, war jedoch schon ein Stück übergetreten. Der zweite Versuch war ein Sicherheitsversuch auf gute 7,49m. Beim dritten Versuch konnte ich dann bei Gegenwind von -2,4m/s (!) eine neue persönliche Bestleistung von 7,68m aufstellen. Beim Kugelstoßbewerb hatte es schon eine irre Hitze - im Stadion wurden 37 Grad gemessen! Kein einziger Zehnkämpfer brachte eine richtig gute Weite zusammen. Die kleinen Schirme spendeten leider nicht wirklich viel Schatten. Mein erster Versuch war gleich ungültig. Der Zweite dann passable 14,16m. Nach dem Kugelstoß gabs dann 3 Stunden Pause. Diese nützte ich zum Essen und Regenerieren. Durch die Hitze war ich aber doch sehr müde und schlief ein wenig und ließ mich ausmassieren. Im Hochsprung ging dann aber leider gar nichts. Schon beim Einspringen fühlte ich mich nicht richtig wohl. Ich hatte einfach keine Spannung. Im Nachhinein denke ich, war die Massage keine gute Idee, daraus werde ich meine Lehren ziehen. Bei jedem Schritt stieg ich wie in ein Loch. Die Einstiegshöhe schaffte ich sofort, die nächste Höhe von 1,89m nicht mehr. Der erste Versuch war gut, leider wackelte aber die Latte und fiel noch runter. Bei den beiden weiteren Versuchen hatte ich keine Chance. Dies war wohl die größte Enttäuschung, die ich je erlebt habe. Mein Traum für einen Spitzenplatz war in diesen Sekunden geplatzt. Danach rappelte ich mich wieder auf und rannte noch einen tollen 400m Lauf - mit der Zeit von 50,16sec. So schnell war ich schon lange nicht mehr. Zum Zeitpunkt des 400m Laufes waren wir bereits 14 Stunden im Stadion...

Um 2 Uhr früh kam ich dann ins Bett und um 6Uhr früh hieß es schon wieder raus aus den Federn. Beim 110m Hürden - Lauf fühlte ich mich müde und ich spürte den Vortag mehr in den Beinen als sonst, da die Regenerationszeit bei Großveranstaltungen einfach kürzer sind. In Götzis ist ja bereits um 18Uhr der 400m Lauf und man kommt um vieles früher ins Bett. Ich war im schnellsten Lauf und kam von Beginn an nie richtig ins Laufen - mit 14,70sec konnte ich noch eine halbwegs ansprechende Zeit auf die Bahn legen. Danach war ich in der zweiten Diskus-Gruppe und mußte 1 1/2 Stunden auf den Beginn warten. Die Windbedingungen waren auch hier nicht ganz einfach. Die ganze EM-Woche drehte der Wind in alle Richtungen. Mit 44,22m war ich nicht so ganz zufrieden. Gleich nach dem Diskus hatten wir keine Zeit uns zu erholen bzw mal was zu Essen. Am zweiten Tag gab es überhaupt nichts, ausser Joghurt und Obst. Am ersten Tag bekamen wir wenigstens Nudeln mit Tomatensauce. Somit gings gleich weiter zum Stabhochsprung. In der Mittagshitze sollte der Bewerb zu einer richtigen Hitzeschlacht werden. Alle anderen Einzeldisziplinen hatten Pause und somit war das Stadion nur mit Trainern und den wahren Mehrkampffans gefüllt. Meine Sprünge waren alle ganz ok. Trotz des Seitenwindes kam ich mit jeder Höhe besser ins Springen, auch wenn die Hitze doch sehr schlapp machte. Die 5,05m sprang ich im zweiten Versuch, die Latte blieb trotz Wackler zum Glück liegen. Bei 5,15m riß ich dann den ersten Versuch. Den zweiten Versuch ließ ich überhaupt aus, da der Wind so stark war und es zu gefährlich gewesen wäre zu springen. Beim dritten Versuch kam ich leider nicht rein und flog von 5,15m neben die Matte auf den Boden. Dabei verletzte ich mir leider mein linkes Sprunggelenk. Anfangs waren die Schmerzen noch nicht so groß. Beim anschließenden Speerwurf wurden die Schmerzen dann aber so arg, dass ich daran zweifelte, den Zehnkampf überhaupt beenden zu können. Mit mehr Krampf als Kampf warf ich den Speer nur auf magere 49,86m, nicht aufgrund des starken Regens (zum Zeitpunkt des Speerwurfs ging ein Gewitter runter) sondern wegen der immer stärker werdenden Schmerzen. Vor dem 1500m Lauf mußte ich mich mal sammeln und versuchte mit Tape meinen Fuß zu stabilisieren. Nach der Behandlung konnte ich dann gar nicht mehr aufsteigen. Ich probierte kurz aus ein paar Schritte zu laufen, doch es tat höllisch weh. Dann riefen sie uns zum Callroom. Sandy und ich wussten im Schock nicht wirklich was wir nun tun sollten. Doch wir waren uns einig - ich sollte probieren den Zehnkampf zu beenden. Als ich dann ins Stadion reinging, war mir klar, dass ich den Zehnkampf zu Ende bringen wolle. Der Startschuß fiel und ich biss mich bis ins Ziel durch. Auf der Zielgeraden gab ich nochmal Gas um wenigstens unter der 5min-Grenze zu bleiben und lief in 4:58,69min durchs Ziel. Danach warteten wir den 2. Lauf mit den Top 12 ab. Als dann alle im Ziel waren machten wir Zehnkämpfer uns auf die Ehrenrunde. Es war ein sehr emotionaler Moment und ich war sehr stolz den Zehnkampf beendet zu haben. Dennoch war ich auch sehr sehr enttäuscht, dass ich meinen Traum noch nicht leben konnte... Aber um mal ganz oben zu stehen, muss man wohl einen steinigen Weg durchschreiten - dafür bin ich bereit!