8000er geknackt!
01.06.2010 Götzis 2010 wird sicherlich in die Geschichtsbücher eingehen! Nicht nur weil wir Zehnkämpfer am ersten Tag für einen neuen Weltrekord gesorgt haben (die meisten Ergebnisse über 4000 Punkte), sondern auch wegen der extremen Wetterbedingungen am zweiten Tag. Als ich Sonntagmorgen aus dem Fenster schaute, dachte ich mir: "Das kann heute heiter werden!"
Aber zunächst einmal zum Samstag: Strahlender Sonnenschein über dem Mösle-Stadion und perfekte Temperaturen für Zuschauer und Athleten.
Mit meiner Zeit von 11,23 sec über 100 Meter war ich sehr zufrieden, obwohl ich beim Start noch etwas "picken"-geblieben bin.
Mit einem weiten Satz auf 7,61m im Weitsprung konnte ich mich in diesem Weltklassefeld nach vorne arbeiten. Schade ist es um meinen zweiten Weitsprung-Versuch: da landete ich zwischen der 7,80 und 8,00m-Marke. Es war sicherlich der weiteste Sprung in meinem Leben - leider um 1cm ungültig!
Der Kugelstoß war mit 14,54m auch so weit, wie schon langem nicht mehr.
Nur mit dem Hochsprung mit 1,94m war ich nicht vollends zufrieden.
Als ich vor meinem abschließenden 400m-Lauf erfuhr, dass ich auf der ungeliebten Bahn 1 starten müsste, dachte ich mir: "Also jetzt erst recht!" Für einen 2m-Riesen wie mich ist die innerste Bahn nicht wirklich ideal, da der Kurvenradius sehr eng ist. Trotz dieses "Nachteils" und einiger kleiner Hügel und Löcher in der Bahn, konnte ich mit 50,24 sec eine super Zeit hinlegen.
Nach dem ersten Tag standen für mich somit 4086 Punkte zu Buche.
Da ich mich ja schon bei meinem ersten Zehnkampf in Desenzano del Garda auf Regen-Wetter "eingestellt" habe, machten mir die Witterungsbedingungen am zweiten Tag nicht gar so viel aus. Nur vor dem Stabhochsprung hatte ich wirklich Schiss! (nicht nur ich, wie sich herausstellen sollte)
Mit meinen 110m-Hürdenlauf war ich sehr zufrieden. Mit 14,37 sec konnte ich meine drittbeste Zeit meiner Karriere erzielen.
Der Diskuswurf wurde ein wenig zur Regen-Lotterie. Nur wenige Zehnkämpfer kamen mit den "rutschigen" Bedingungen im Ring zurecht. Auch ich hatte meine Probleme, doch im zweiten Versuch gelang mir mit 44,95m ein ganz guter Wurf.
Dann der Stabhochsprung: nicht weniger als 6 Athleten mussten mit einem "Salto-Nullo" ihre Sachen packen. Nach einem für mich katastrophalen Einspringen, hab ich mir nur gedacht: "Bitte keinen Nuller!" Zur Vorsicht bin ich schon ein bisschen früher als sonst (bei 4,60m) in den Bewerb eingestiegen. Zum Glück meisterte ich diese Höhe gleich im ersten Anlauf! Danach entwickelte sich ein wahrer "Stabhochsprung-Krimi". Ich ließ auf 4,80m aus und konnte diese erst im dritten und letzten Versuch überqueren. Gleiches "Spiel" bei 5,00m! Über 5,10m segelte ich im zweiten Versuch - Wow! Und das bei dem Wetter. Die 13 Versuche im Stabhochsprung hinterließen leider ein paar Spuren bei mir.
Durch die Nässe und Kälte habe ich mir irgendwie meinen Rücken verrissen. Das behinderte mich ein wenig beim anschließenden Speerwurf. Mit 52,66m verlor ich leider wichtige Punkte.
Im abschließenden 1500m-Lauf wurde es dann noch mal richtig spannend. Für 8000 Punkte musste ich eine Zeit um die 4:44min laufen. Bis 1200m vor dem Ziel sah es nicht so gut aus - ich war einfach schon platt und ausgelaugt. Mit einem "Schluss-Spurt" konnte ich noch einige Sekunden gutmachen, und trudelte mit einer Zeit von 4:39min durchs Ziel.
8032 Punkte - mein drittbestes Karriere-Ergebnis - mein dritter Achttausender - das nach 6 Jahren!
Fotos bereits online (copyright: Mosshammer)

